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Probleme durch unser Verlangen nach Fleisch

Schnelles Wachstum braucht energiereiches Futter.

Um den Fleischhunger der sogenannten zivilisierten Welt zu stillen reichen die traditionellen Aufzuchtmethoden unserer Vorfahren nicht mehr aus.
Damit die Tiere schnell an Gewicht zulegen benötigt man energiereiches Futter. Viel Energie und Eiweiß ist nur in Getreide vorhanden.

Das Maß der Dinge ist die Futterverwertung. Also wurden Tiere gezüchtet welche mit möglichst wenig Getreide möglichst viel Fleisch produzieren.

Für ein kg Fleisch werden im Durchschnitt ca neun kg Getreide verfüttert.

Ein paar Beispiele:

  • 2 bis 3 kg für 1 kg Hähnchen.
  • 8 kg Mais für 1 kg Rindfleisch.
  • 4 kg für 1 kg Schweinefleisch.

Weltweit werden jährlich ca. 40 Milliarden Hähnchen „produziert“. Dafür werden also mindestens 80 Milliarden kg Getreide verfüttert. Aus dieser Menge hätten auch 80 Milliarden Brot gebacken werden können.

Unter welchen Bedingungen die Mast der Hähnchen größtenteils stattfindet zeigt folgendes Video.

Ein Rind benötigt für ca. 200 kg Fleischzuwachs ca. 1600 kg Getreide.

Schweine sind Allesfresser. Früher hielt man sie wie die Rinder auf den Weiden und sie bekamen zusätzlich Küchenabfälle und landwirtschaftliche Nebenprodukte wie Kleie und Stroh als Futter. Noch 1950 war die Nahrung der Schweine noch fast getreidefrei.
Heute besteht sie überwiegend aus Sojamehl, Weizen und Mais. 2003 wurden rund 670 Millionen Tonnen Getreide in der Fleischmast verfüttert. Das entspricht ungefähr der Hälfte der gesamten Ernte.

Der Getreidehunger der Mastbetriebe treibt die Lebensmittelpreise in schwindelnde Höhen.
Alleine im Jahr 2007 stieg der internationale Preis für Weizen von 200 US-Dollar je Tonne auf ca. 375 US-Dollar.

Um diesen Getreidebedarf, und den der Menschen, zu decken kommt massiv Agrochemie zum Einsatz. Herbizide vernichten Unkraut. Getreidepflanzen werden mittels Gentechnik unempfindlich gegen diese Herbizide. Hoher Düngereinsatz sorgt für beständige Erträge. Zu diesem Dünger zählt Stickstoff,welcher aus Rohöl hergestellt wird. Rund 1% des Stickstoff wird durch Microben im Ackerboden in Lachgas umgewandelt. Bei einer Menge von 80 Millionen Tonnen Stickstoffdünger wird das Lachgas zu einer massiven Belastung des Klimas.

Nicht nur das Lachgas ist ein Problem. Methan aus der Landwirtschaft belastet das Klima ebenso. Methan kommt vor allem aus Rindermägen. Rinder tragen zu 40% zum weltweiten Methanausstoß bei.

Zur Verdeutlichung diese beiden Gase sind schädlicher als Kohlendioxyd. Methan mit dem Faktor 23; Lachgas sogar um den Faktor 296!

Die Weltgesundheitsorganisation berichtete 2006 die Tierhaltung hinterlasse weltweit mehr Treibhausgase als alle PKWs, Lastwagen, Flugzeuge und Schiffe zusammen.
Riesige Güllemengen welche in der Landwirtschaft nicht verwertet werden können und auf Deponien, im Grundwasser, Bächen, Seen und im Meer landen tragen zur Zerstörung des Waldes bei. Sie beschleunigen das Algenwachstum in Gewässern. Die Algen nehmen den Fischen den Sauerstoff und entlassen ihrerseits wieder Treibhausgase. Die Landwirtschaft verschärft also massiv den Klimawandel, und wird sogar eine Gefahr für sich selbst.

Was können wir tun?

Ich persönlich habe meinen Fleischkonsum stark eingeschränkt. Um die industrielle Landwirtschaft und Viehzucht nicht zu fördern kaufe ich was ich kann bei einem regionalen Kleinbauern. Bei ihm laufen die Schweine noch auf der Weide herum, und werden überjährig geschlachtet. Das heisst die Tiere leben wesendlich länger als ihre Genossen in der Zuchtfabrik.
Dadurch ist das Angebot an Fleisch bei diesem Landwirt sehr begrenzt. Und wenn die Sau verkauft ist muss man eben warten bis in 2 Wochen die nächste geschlachtet wird.

Als Verbraucher haben wir die größte Macht etwas zu verändern. Aber solange wir jeden Tag billiges Fleisch essen wollen spielen wir nicht nur mit der Zukunft unserer Kinder. Die Klimarally geht weiter ,und wenn wir nichts tun werden wir es bereits in naher Zukunft bereuen.

Bis zum nächsten Bericht

Herb

Quellen:

http://www.brot-fuer-die-welt.de/ernaehrung/downloads/huhn_final.pdf
http://www.mluv.brandenburg.de/cms/media.php/2320/tzr07_7.pdf
http://www.fleischerhandwerk.de/upload/pdf/Fleischverzehr_2006.pdf
http://www.fao.org/docrep/012/i0680e/i0680e.pdf
http://www.time.com/time/magazine/article/0,9171,878713,00.html
http://www.wbgu.de/wbgu_jg1994.html
http://www.schattenblick.de/infopool/umwelt/redakt/umkl-315.html

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